Iwata fragt Teil 11: Der Foto-Kanal & mehr!

News vom 07-10-06
Uhrzeit: 16:01
Erneut veröffentlichte Nintendo heute eine Abschrift eines neuen Teils von Satoru Iwatas Interview mit dem Wii-Entwicklungsteam. Heute geht's hauptsächlich um den Fotokanal, aber auch der Wetter- und der Nachrichten-Kanal werden kurz angesprochen. Diesen drei Channels haben wir zwar auch schon in unserem Artikel zum Thema behandelt, aber es ist trotz allem sehr interessant, mehr über die Hintergründe zu erfahren. Viel Vergnügen also beim Lesen unserer Zusammenfassung des Interviews.

Hauptverantwortlicher für die drei erwähnten Kanäle war Kouichi Kawamoto, der davor auch schon als Leiter der Entwicklung von Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging - Wie fit ist Ihr Gehirn? sowie der in außerhalb Japans bisher nicht erschienenen Fortsetzung tätig war. Deshalb war es auch eine Überraschung für ihn, dass Nintendo-Präsident Iwata ihn als nächstes nicht mit einem Spiel, sondern der Entwicklung des Fotokanals beauftragt hatte. Da er selbst schon an eine solche Funktion gedacht hatte, freute ihn dies allerdings sehr und durch die konkreten Ideen, die schon länger in seinem Kopf steckten, ging die Entwicklung zügig voran.

Der Großteil des heutigen Fotokanals existierte bereits in der ersten Testversion. Es war schon damals möglich, mittels eines Mosaik-Effekts Teile des Bildes unkenntlich zu machen, ebenso war die Diashow bereits damals eingebaut. Der Mosaik-Effekt ist dabei ein Überbleibsel aus dem hierzulande leider nie erschienenen Mario Artist: Talent Studio, einer neuen Version von Mario Paint für das nur in Japan veröffentlichte 64DD, bei dem Kawamoto auch schon für die Effekte zuständig war. Auch stand die konkrete Gestalt des Kanals gegenüber den restlichen Channels am schnellsten fest. Kawamoto erinnerte sich bei der Entwicklung des Fotokanals an seine Arbeit an Gehirn-Jogging. Der Benutzer sollte keine Einarbeitungszeit benötigen, sondern gleich loslegen können. Die Oberfläche sollte nicht mit Funktionen überladen sein, die nur Verwirrung stiften, und jede Schaltfläche sollte so gut wie möglich aussagen, wofür sie da ist. Sprich, wenn der User zoomen oder scrollen will, sollte ihm auf den ersten Blick klar sein, wie er dies bewerkstelligen kann. Darüberhinaus war es dem Team wichtig, die Leute nicht mit Ladezeiten oder ähnlichem zu nerven, wie man es aus Foto-Bearbeitungsprogrammen vom PC kennt.

Neben Fotos können beim Fotokanal auch Videos angesehen werden, die zuvor mit einer Digitalkamera aufgenommen wurden. Zur Zeit des Interviews wurde gerade daran gearbeitet, den Kanal mit MPEG-Filmen kompatibel zu machen. Ursprünglich war diese Funktion zwar nicht eingeplant, da es heutzutage aber kein Problem ist, auch mit einer handelsüblichen Digitalkamera Videos aufzuzeichnen, wollte Kawamoto auf keinen Fall darauf verzichten. Eine weitere Funktion des Fotokanals ist die Bildbearbeitung. Keiner im Team rechnet damit, dass jemand komplexe Bilder mit seiner Wii-Remote malt, aber für einfache Fotomontagen oder ähnliches reicht es zweifellos.

Das primäre Ziel des Channels ist es natürlich, dass sich die Leute ihre digitalen Fotos ohne großen Aufwand auf ihrem Fernseher betrachten können. Für eine Vorführung der neusten Urlaubsfotos ist da natürlich auch die Diashow sehr hilfreich, die auf Wunsch sogar mit einer MP3-Musikdatei hinterlegt werden kann, die sich ebenfalls auf der verwendeten SD Card befindet. Auf aufwändige Effekte wurde bei der Diashow allerdings verzichtet, um die Fotos nicht in den Hintergrund rücken zu lassen.

Die Idee des Wetter- und des Nachrichten-Kanals enstand, genau wie die des Fotokanals, aus der Überlegung heraus, welche Funktionen für Leute interessant wären, die keine Videospiele spielen. Auch hier stand die einfache Bedienung klar im Vordergrund, wobei dies zu einigen Schwierigkeiten bei der Entwicklung führte, da beispielsweise das Wetter dann doch nicht einfach nur auf herkömmliche Weise präsentiert werden sollte, schließlich dient Wii in erster Linie zur Unterhaltung. Eine Wettervorhersage kann man sich auch im Fernsehen anschauen, deshalb wollte das Team etwas bieten, womit das Fernsehen nicht mithalten kann. Daraus entstand die Idee mit dem per Wii-Remote drehbaren Globus, mit dem jeder Ort auf der Welt mit Leichtigkeit ausgewählt werden kann. Auch diesen hatte Satoru Iwata nicht vorgeschrieben, aber das Entwicklerteam wollte etwas herumspielen und einen Globus drehen und dieser Spaß greift unweigerlich auf jeden über, der es selbst ausprobiert.

Weiter geht's mit dem Nachrichtenkanal: Es ist nicht nur möglich, den Text stufenlos zu zoomen, sondern der Benutzer kann auch jeden erwähnten Ortsnamen einfach anklicken und schon kommt der beim Wetterkanal erwähnte Globus wieder zum Zug. Übrigens werden sowohl der Nachrichten- als auch der Wetterkanal per WiiConnect24 ständig auf dem Laufenden gehalten. Man muss bei einer bestehenden Internetverbindung also nicht jedes Mal die Nachrichten manuell abfragen oder warten, bis die jeweiligen Wetterdaten von einem neu ausgewählten Ort heruntergeladen wurden.

Kawamoto ist sich im Klaren darüber, dass sich den Hardcore-Spielern der Nutzen dieser beiden Kanäle vielleicht nicht direkt erschließen wird, aber er ist sich sicher, dass ihm und seinem Team einige interessante und nützliche Funktionen eingefallen sind.

 Autor:
Cyril Lutz 
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