EuGH: Kopierschutz von Spielekonsolen geht zu weit

News vom 24-01-14
Uhrzeit: 16:46
Der Europäische Gerichtshof hat in einem Urteil entschieden, dass auch für gewerbliche Zwecke nicht jedes Umgehen des Kopierschutzes einer Spielekonsole zwangsläufig verboten ist.

Im konkreten Fall hatte ein italienischer Hersteller eine Zusatz-Box für eine Nintendo-Konsole angeboten, deren Verwendung den Kopierschutz ausgehebelte und das Abspielen von von Homebrew-Software (YouTube-App, Video-, Musikplayer etc.) erlaubte.

Der EuGH stellte zunächst klar, dass nicht allein der Hersteller der Hardware bestimmen kann, wie eine Konsole genutzt werden darf. Das Blockieren der Ausführung jeglichen Codes geht nach Auffassung der Richter folglich zu weit, solange es andere zumutbare technische Verfahren gibt, die Raubkopien (also eine Verletzung des Urheberrechts) verhindern könnten.

Im konkreten Fall muss nun wieder ein nationales italienisches Gericht entscheiden, ob die Zusatzhardware legal ist. Die Entscheidung des EuGH hat jedoch richtungsweisenden Charakter und könnte große Auswirkungen auf den Markt für Konsolen-Zubehör haben.

Quellen: EuGH, Heise

 Autor:
Frank Ziegler 
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