Wie die Miis die ganze Welt erobern sollen!

News vom 03-10-06
Uhrzeit: 15:55
Wieder einmal setzt sich Nintendo Präsident Satoru Iwata mit dem Entwicklungsteam der Wii-Konsole zusammen und diskutiert über verschiedene Aspekte der Entwicklung des Systems. Nachdem wir euch kürzlich schon eine Zusammenfassung des entsprechenden Artikels bezüglich der Wii-Pinnwand gebracht haben, ist heute die Entstehung des Mii-Channels das Thema. Zwar habt ihr in unserem Artikel zum Thema schon einiges darüber erfahren, ein paar Details enthielt man uns allerdings bisher vor. Erfahrt die wichtigsten Fakten in unserer Zusammenfassung.

Es war geplant, eine Software zu entwickeln, mit der die Spieler für eine kleine Anzahl  von Spielen ihre eigenen Spielfiguren erschaffen können. Unabhängig davon arbeitete Shigeru Miyamoto allerdings an einem eigenem eigenen Programm namens Kokeshi (das sind handbemalte Holzfiguren) für den Nintendo DS, welches es erlauben sollte, selbstgemachte Gesichter mit anderen zu tauschen. Da Miyamotos Software der für Wii erdachten Idee derart nahe kam, entschied man sich kurzerhand dafür, die beiden Projekte zu vereinen und zu einer Hauptfunktion der Wii-Konsole zu machen, anstatt sie wie zuvor geplant nur bei drei Spielen einzusetzen.

Da erst sehr spät entschieden wurde, den Mii-Kanal einzubauen, brachte die ganze Sache eine gehörige Portion Stress für das Team mit sich. Das kam nicht nur davon, dass plötzlich das ganze Kokeshi-Team zum Wii-Entwicklungsteam geschickt wurde und dadurch viel mehr Leute ihre Nase in die Entscheidungsfindung steckten, sondern auch davon, dass die Software ursprünglich auf den japanischen Markt ausgelegt war, sprich: Es gab nur japanische Gesichter. Es war für das Team nicht einfach, nicht-japanische Gesichtszüge zu zeichnen, weswegen irgendwann auch Nicht-Japaner in die Entwicklung miteinbezogen wurden. Natürlich musste auch darauf geachtet werden, den Spieler nicht mit zuvielen Auswahlmöglichkeiten zu überfordern, ihm aber trotzdem viel Abwechslung zu bieten. Erfreulicherweise waren die Reaktionen auf den Mii-Kanal durchweg positiv, auch bei Nicht-Japanern.

Wie schon anfangs erwähnt, war von Anfang an geplant, die selbsterstellten Miis auch in Spielen auftreten zu lassen. Dabei entfernte man sich aber von den drei ursprünglich geplanten Spielen, denn ein Mii kann nun in jedem x-beliebigen Spiel auftauchen, welche diese Funktion unterstützt, das gilt auch für 3rd Party Games. Dabei müssen die Miis nicht zwingend die Hauptrolle spielen, sie können auch als Nebencharaktere auftreten, wie beispielsweise als Zuschauer bei Wii Sports. Speichert man sein persönliches Mii auf die eigene Wii-Remote, kann man es auch zu einem Freund mitnehmen.

Eine weitere Funktion des Mii-Channels ist die sogenannte Mii-Parade. Mit dieser lassen sich die Miis auch online tauschen. Man stellt dabei seine selbsterstellten Charaktere in die sogenannte Mii-Lobby, wo sie erst ziemlich einsam sein werden. Mit der Zeit werden sich per WiiConnect24 allerdings Miis von anderen Spielern hinzugesellen, genauso wie die eigenen Miis bei anderen Leuten auftauchen werden, sofern diese es erlauben. Es wird jeweils bei der Erstellung eines Charakters festgelegt, ob dieser über das Internet ausgetauscht werden kann oder nicht. Die Miis werden dabei ganz zufällig bei anderen Spielern auf der ganzen Welt auftauchen, aber keine Angst, sie verschwinden dadurch nicht von der Konsole ihres Schöpfers.

Den Ausschlag für die Idee, die Miis weltweit miteinander interagieren zu lassen, gab die WiiConnect24-Funktion. Die Schöpfer des Mii-Channels hatten Angst, dass die Spieler nur sich selbst und vielleicht ein paar weitere Miis für ihre Familie etc. kreieren und dann aufhören würden, den Kanal zu nutzen. Dies wird nun verhindert, indem die Miis von Freunden oder auch von anderen Menschen auf der ganzen Welt hinzukommen und so jeden einzelnen immer wieder motivieren, auch seine Miis auf die Welt loszulassen. Vielleicht werden sich sogar richtige Mii-Künstler entwickeln, deren Miis jeder haben will. Das Ziel ist es, dass der Spieler nicht nur Miis für sich erstellt, sondern auch für andere User und diese dann mit ihnen teilt und umgekehrt.

 Autor:
Cyril Lutz 
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